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Damme – Eulenspiegelstadt und Bücherdorf

Damme liegt in Belgien, in der Provinz Westflandern. Das kleine mittelalterliche Städtchen liegt rund 7 Kilometer von der Provinzhauptstadt Brügge entfernt. Bis zur Küstenstadt Seebrügge (Zeebrugge) sind es ca. 15 Autominuten. Damme ist auch als Eulenspiegelstadt bekannt. Mehrere Antiquariate und ein monatlich stattfindender Büchermarkt haben der Stadt auch den Beinamen Bücherdorf eingebracht.

Marktplatz und Rathaus

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Rathaus

Start und Ziel dieses kleinen Rundgangs durch das mittelalterliche Damme ist der “Marktplatz“. Hier steht das im gotischen Stil erbaute “Rathaus“ (Stadhuis). Besonders sehenswert am 1468 erbauten Gebäude sind die Nischenbilder mit Figuren von Philipp von Elsass, Johanna und Margarete von Konstantinopel, Philipp von Thiette, Karl den Kühnen und Margareta von York. Das Rathaus hat ein Glockenspiel mit 39 Glocken. Unterhalb des Glockenspiels befindet sich die Stadtuhr aus dem 15.Jahrhundert. Auf dem Marktplatz steht eine aus dem 19.Jahrhundert stammende “Statue des flämischen Dichters Jacob van Maerlant“. Der Marktplatz ist gesäumt von kleinen mittelalterlichen Häusern. Zahlreiche Cafés und Restaurants laden zum verweilen ein. Besonders sehenswert ist das Haus “De Grote Sterre“. Ein Bürgerhaus aus dem 15.Jahrundert. Das Gebäude beherbergt ein Besucherzentrum und das “Eulenspiegelmuseum“.

Haus St.Jan und Hospital St.Jan

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Hospital St.Jan in der Kerkstraat

Zwischen Rathaus und De Grote Sterre geht es in die “Jacob von Maerlantstraat“. Hier steht das aus dem 15.Jahrhundert stammende “Haus St.Jan“. Das Bürgerhaus wurde im Brügger-Stil erbaut. Am 4.Juli 1468wurde in diesem Gebäude die Hochzeit von Margareta von York mit Karl dem Kühnen gefeiert. Über die “Corneliestraat“ und die “Pottenbakkerstraat“ geht es auf die “Kerkstraat“. Hier steht das um 1249 erbaute “Hospital St.Jan“. Das Gebäude beherbergt ein kleines Museum. Die Sammlung umfasst sehenswerte Möbelstücke und Gemälde aus Gotik und Renaissance. Zum Haus gehört ebenfalls eine kleine Kapelle im Barockstil.

Onze-Lieve-Vrouwkerk

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Onze-Lieve-Vrouwkerk

Wenige Meter hinterm dem Hospital St.Jan führt die “Burgstraat“ zur “Onze-Lieve-Vrouwkerk“ (Liebfrauenkirche). Das gotische Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1225 und wurde im 14.Jahrhundert, aufgrund der starken Bevölkerungszunahme, zur Hallenkirche um- und ausgebaut. 1578 wurde der Bau in Brand gesteckt. 1725 wurden Teile der Kirche abgetragen. Der bis auf die Turmspitze erhaltene 43 Meter hohe Turm kann bestiegen werden. Von oben hat man eine einzigartige Aussicht auf Damme und das Umland. Im Turm liegt unter einer unauffälligen Platte der flämische Dichter “Jacob van Maerlant“ begraben. Noch im 17.Jahrhundert hielt man das Grab des Dichters für das von “Till Eulenspiegel“.

Lässt man die Liebfrauenkirche hinter sich, geht es erst noch ein Stück weiter die Burgstraat entlang, bevor es über die “Sint-Jaanstraat“ und die “Katterstraat“ zurück zum Marktplatz – Start und Ziel dieses Rundgangs durch Damme geht.

Schellemühle

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Schellemolen

Zu den Sehenswürdigkeiten von Damme gehört auch die außerhalb der Stadt liegende “Schellemolen“ (Schellemühle). Bereits seit mehreren Jahrhunderten steht hier am Damse Vaart-West, direkt am Kanal der Damme mit Brügge verbindet, eine Mühle. Die heutige Windmühle stammt von 1867. Es handelt sich um eine Ölmühle. Die Mühle ist an den Wochenenden und Feiertagen zwischen 01.04. und 30.09. geöffnet.

 

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Ein Kommentar zu “Damme – Eulenspiegelstadt und Bücherdorf

  1. Helmut Ullrich

    Vielen Dank für Ihren interessanten Bericht ‚Spaziergang durch Dammme“! Wir waren vor zwei Jahren dort. Hatten damals solche Informationen vergeblich im Netz gesucht. Diese Lücke haben Sie nun geschlossen. ? Vielleicht noch ein interessanter Hinweis: An der rechten Ecke des Rathauses, in Höhe der Mauerverankerung, befindet sich ein etwas herausragender Stein. (Gut zu erkennen, wenn man das Bild zoomt.) Man könnte ihn für einen Ziegel halten, doch es ist ein transportabler Pranger, den Verurteilte um den Hals hängen und durch die Stadt tragen mussten: ein so genannter „Gerichts-Stein“!

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